Blogtour | When Myths Come True vom Pumpkinpie Verlag

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Thema: Stalking – wo endet Bewunderung, wo beginnt Gefahr?

Mythische Geschichten begleiten uns seit Jahrhunderten.
Sie werden weitergegeben, verändert, ausgeschmückt – und doch tragen sie oft einen wahren Kern in sich. Genau hier setzt die Spendenanthologie „When Myths Come True“ an: an der Grenze zwischen Legende und Realität, zwischen dem, was wir glauben wollen, und dem, was vielleicht näher ist, als uns lieb ist.

In 19 Kurzgeschichten werden wir an ein Lagerfeuer eingeladen, lauschen Erzählungen über Götter, Geister, Dämonen und Wesen aus unterschiedlichsten Kulturen und Zeiten. Und während wir lesen, verschwimmt diese Grenze immer mehr. Was wäre, wenn all das nicht nur Geschichten wären?


Stalking – ein unbequemes, aber wichtiges Thema

Eine der Geschichten, die mich besonders beschäftigt hat, ist „Der Nachzehrer“ von Kerstin Imrek.
Denn sie greift ein Thema auf, das unangenehm ist. Eines, das Gänsehaut verursacht. Eines, das viel zu real ist: Stalking.

Stalking ist kein Randthema. Es ist kein reines „Krimi-Problem“. Und es betrifft nicht nur Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen.
Es kann jede*n treffen.

Wo endet Interesse?
Wo wird aus Bewunderung Besessenheit?
Wann ist man noch Fan – und ab wann überschreitet man Grenzen?

Gerade in Zeiten von Social Media verschwimmen diese Linien schnell. Man schreibt online, tauscht sich aus, hat das Gefühl, jemanden zu kennen. Profile zeigen Ausschnitte aus dem Leben – oft sehr persönliche. Und manchmal entsteht dabei eine Nähe, die einseitig bleibt, aber nicht als solche wahrgenommen wird.


Romantisierung vs. Realität

Stalking wird in Büchern, Filmen und Serien immer wieder aufgegriffen.
Mal düster, brutal und eindeutig bedrohlich –
mal aber auch romantisiert, verharmlost oder sogar als „große Liebe“ verkauft.

Doch genau das ist gefährlich.

Denn echtes Stalking hat nichts Romantisches.
Es bedeutet Angst. Kontrollverlust. Unsicherheit.
Und oft bleibt lange unklar, ob man „überreagiert“ oder ob da wirklich etwas nicht stimmt.


„Der Nachzehrer“ – entscheiden darf die Leserschaft

Was ich an dieser Kurzgeschichte besonders spannend fand:
Sie gibt keine einfache Antwort vor.

Die Geschichte greift das Thema auf, verknüpft es mit einem mythischen Element – und überlässt es der Leserschaft, selbst zu entscheiden:
👉 Was ist hier noch Zufall?
👉 Was ist Schicksal?
👉 Und was ist bereits eine Grenzüberschreitung?

Diese Offenheit hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen.
Gerade weil sie zeigt, wie subtil solche Situationen beginnen können.

Und ja – es gibt in dieser Geschichte noch ein weiteres Thema, das ich persönlich sehr liebe. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber gar nicht verraten.


Mein Fazit

„When Myths Come True“ ist nicht nur eine Anthologie über Mythen.
Sie ist eine Einladung, genauer hinzusehen.
Alte Geschichten neu zu denken.
Und auch unbequeme Themen nicht auszublenden.

Wenn ihr euch für mythische Kurzgeschichten interessiert, die mehr wollen als nur unterhalten –
wenn ihr Lust habt, euch eure eigene Wahrheit zu suchen –
dann schaut unbedingt selbst rein.

Manchmal sind Legenden näher an unserer Realität, als wir glauben.





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